Ausgabe 3 · 30. Oktober 2026
Fünf neue Tools, von der KI-Bürosoftware bis zur Projektakte gegen das WhatsApp-Chaos
Montagmorgen, der Kunde fragt nach dem Foto vom Rohbau, und das steckt irgendwo in einer WhatsApp-Gruppe mit 400 Nachrichten. Gleichzeitig klingelt das Büro, und die Anfrage für die Wärmepumpe kommt diesmal per E-Mail statt per Telefon.
Diese Woche sind fünf Tools dazugekommen, zwei davon mit KI im Kern, eines seit über 30 Jahren am Markt.
Neu im Verzeichnis
KraftHub.AI (Handwerkersoftware)
Handwerkersoftware aus Grafing mit KI-Kern: Anfragen, Angebote, WhatsApp, Zeiterfassung und Baudoku in einer Oberfläche. Zum Eintrag
Der Assistent transkribiert Sprachnotizen, schlägt Antworten vor und bereitet Angebote vor; Kern 49,99 € für zwei Nutzer. Die Grenze: Großhandels- und DATEV-Schnittstellen sind auf der Website nicht nachweisbar, die Datenmigration kostet regulär 1.199 €.
autarc (Handwerkersoftware)
Plattform für Heizungs- und Solarbetriebe aus Berlin: Heizlast per LiDAR-Scan, Wärmepumpen- und PV-Planung, Angebote, Field-App. Zum Eintrag
Core AI ab 39 €/Monat, Pro 99 €, dazu Kundenportal und Förderhilfe. Die Grenze: Nur für Heizung und PV sinnvoll, 290 € Einrichtung, zwölf Monate Mindestlaufzeit und LiDAR nur mit iPhone oder iPad Pro.
MemoMeister (Baustelle & Dokumentation)
Digitale Projektakte aus Stuttgart: Fotos, Pläne, Aufmaße und Berichte pro Baustelle, mit App und Echtzeit-Benachrichtigung fürs Team. Zum Eintrag
Ein Tarif mit allen Funktionen, Kommentare per Spracherkennung, monatlich kündbar. Die Grenze: Mindestens drei Nutzer zu 19 € (17,10 € jährlich), keine Zeiterfassung und keine KI.
meiti (Anfragen & Telefon)
KI-Sekretariat aus München: nimmt Anrufe, WhatsApp, E-Mails und Website-Chat in einem Posteingang an, rund um die Uhr. Zum Eintrag
Pro Kanal entscheidest du, ob die KI direkt antwortet oder nur Entwürfe vorbereitet. Die Grenze: 119 €/Monat plus 499 € Einrichtung im Solo-Tarif, damit teurer als reine Telefonassistenten.
sykasoft (Handwerkersoftware)
Branchensoftware für SHK, Kälte und Elektro aus Veitshöchheim: LV und Angebot, Aufmaß, Wartungsverträge, Kundendienst, mobile Apps. Zum Eintrag
Seit über 30 Jahren am Markt, inzwischen Teil der OneQrew-Gruppe. Die Grenze: Keine Preise auf der Website und keine KI-Funktionen, für Ein-Mann-Betriebe eher umfangreich.
Büro-Tipp der Woche: Die WhatsApp-Gruppe in eine Projektakte überführen
Fotos in WhatsApp sind nach drei Monaten unauffindbar, und beim Streit über eine Mangelrüge zählt nur, was datiert und zugeordnet ist. So fängst du am Montag an:
- Nimm eine laufende Baustelle und sichere den WhatsApp-Chat per Export (Chat, Mehr, Chat exportieren, mit Medien) in einen Ordner im Büro. Das ist dein Nachweis für die Vergangenheit.
- Lege für diese eine Baustelle ein Projekt in einer Testversion an, etwa Craftnote oder MemoMeister, beide 30 Tage beziehungsweise monatlich ohne Bindung.
- Vereinbare mit dem Team eine Regel: Jedes Foto geht ab sofort in die Projektakte, nicht in den Chat. Eine Woche lang, nur auf dieser Baustelle.
- Prüfe am Freitag drei Dinge: Findet der Chef das Foto vom Dienstag in unter einer Minute, hat jedes Bild Datum und Projekt, und kann der Monteur offline weiterarbeiten.
- Erst wenn das klappt, kommt die zweite Baustelle dazu. Die beiden Tools stehen hier nebeneinander.
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